KULTURATLAS

Pressespiegel

Tägliche Kulturberichterstattung aus Bayern und darüber hinaus

Aktuelle Artikel

3275 Artikel gefunden · Seite 119 von 137

Time to care, time to act.
Bundesweit

Die Dramaturgische Gesellschaft (dg) hielt ihre Jahreskonferenz mit rund 400 Teilnehmenden auf Kampnagel in Hamburg ab und feierte dabei ihr 70-jähriges Bestehen. Unter dem Motto „Time to Care – Strategien von Inklusion und Empowerment gegen Politiken der Härte" diskutierten Speaker:innen aus dem Theaterbereich über barrierefreien Zugang, Inklusion in der Kunstproduktion sowie die Unterrepräsentation von Menschen mit Behinderungen auf und hinter der Bühne. Die Konferenz war selbst inklusiv gestaltet: Access friends, Gebärdensprachdolmetschen, Leichte Sprache und Rückzugsorte prägten das Tagungsformat. Jürgen Dusel, Beauftragter der Bundesregierung für Menschen mit Behinderungen, verwies auf rund 13 Millionen betroffene Menschen in Deutschland, die ein Recht auf kulturelle Teilhabe haben. Autorin Karolin Berg konstatiert eine Diskrepanz zwischen dem diversen Podium und dem weitgehend homogenen Publikum und appelliert an Theaterschaffende in Leitungspositionen, die Konferenzimpulse in ihre Institutionen zu tragen.

Die Deutsche Bühne
📅 erfasst am 13.05.2026
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Deutscher Tanzpreis 2026
Bundesweit

Am 28. Februar 2026 wurde im Aalto-Theater Essen der Deutsche Tanzpreis vergeben. Hauptpreisträger war Christian Spuck, Intendant des Staatsballetts Berlin, den die Jury für seinen „mutigen, klaren" Neustart der Kompanie auszeichnete; zusätzlich wurden die Tanzwissenschaftlerin Gabriele Brandstetter für Pionierarbeit und Tadashi Endo posthum für sein Lebenswerk geehrt. Das Staatsballett Berlin präsentierte drei Ausschnitte aus Spucks Choreografien, darunter „Nocturne", ein Pas-de-deux aus „Romeo und Julia" sowie „Beethoven". In seiner Dankesrede betonte Spuck die gesellschaftliche Rolle des Tanzes als Begegnung und verwies auf die 26 Nationen umfassende Belegschaft seines Ensembles als schützenswertes Modell. Der nächste Deutsche Tanzpreis soll am 13. März 2027 verliehen werden.

Die Deutsche Bühne
📅 erfasst am 13.05.2026
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Dystopien in Zittau
Bundesweit

Beim 13. Sächsischen Theatertreffen in Görlitz und Zittau (21.–26. April 2026) stand neben dem künstlerischen Programm die Zukunft des Theaters im ländlichen Raum im Mittelpunkt. Gastgeber und scheidender Intendant Daniel Morgenroth lud Ministerpräsident Michael Kretschmer und FAZ-Theaterkritiker Simon Strauß zum Podiumsgespräch „Mehr als Geld – Kultur in der Fläche im Freistaat Sachsen", bei dem Kretschmer zwar strukturelle Reformen andeutete, aber keine zusätzlichen Finanzmittel in Aussicht stellte. Im Mittelpunkt standen die finanzielle Bedrängnis sächsischer Häuser – darunter das Schauspiel Chemnitz, dem die Stadt Fördermittel für einen Neubau verweigert, sowie das Theater Plauen-Zwickau, das trotz städteübergreifendem Modell vor drohender Insolvenz steht. Den Jurypreis des Treffens erhielt das Theater Plauen-Zwickau für seine Shakespeare-Inszenierung „Richard III." unter der Regie von Dirk Löschner, die mit rein weiblicher Besetzung überzeugte.

Die Deutsche Bühne
📅 erfasst am 13.05.2026
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Am Ende werden Hunderte von Tätern entlarvt, namentlich – Theater aus Kanada
Bundesweit

Beim 43. Heidelberger Stückemarkt, dem letzten unter Intendant Holger Schultze, war Kanada das Gastland. Am Abschlusswochenende des Festivals präsentierten freie Kollektive und Bühnenautorinnen und -autoren aus Kanada Stücke zu Themen wie Sklaverei, Abtreibung, Queerness und Inklusion. Den Internationalen Autor:innenpreis gewann die Kanadierin Erin Shields für ihr Stück „Zum Licht" über die Einbeziehung taubstummer Menschen ins Theater. Besonders hervorgehoben wurde das Gastspiel „Surveillée et punie" aus Montreal, in dem die queere Sängerin Safia Nolin Hunderte von Hass-Botschaften aus dem Internet zu einem Anti-Oratorium verdichtete und die Namen der Täter öffentlich machte.

Die Deutsche Bühne
📅 erfasst am 13.05.2026
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Erschrecken, Erstaunen – und der Mut zur Lücke
Bundesweit

Die Ruhrfestspiele 2026 eröffneten am 3. Mai ihr 80. Jubiläumsjahr unter dem Motto „Erschrecken und Erstaunen" – erstmals nicht im Großen Haus des Ruhrfestspielhauses, das sich wegen Sanierung der Bühnentechnik in der Renovierung befindet, sondern in einem eigens errichteten Festzelt im Recklinghäuser Stadtgarten. Prominente Gäste wie Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher und NRW-Kulturministerin Ina Brandes nahmen an der Eröffnung teil. Das prägnanteste Zeichen des Abends war die bewusst nicht gefüllte Lücke der iranischen Produktion „Das Kind" der Shieveh Theater Company aus Teheran, die wegen des Krieges im Iran nicht anreisen konnte; Intendant Olaf Kröck las aus einer Nachricht der iranischen Künstlerin Afsaneh Mahian vor. Georg-Büchner-Preisträgerin Ursula Krechel hielt die literarische Eröffnungsrede über Kafkas Amerika-Fragment, bevor die choreografische Produktion „Huang Yi & Kuka" – ein Duett zwischen dem taiwanesischen Choreografen Huang Yi und einem Industrieroboter – den Abend künstlerisch beschloss.

Die Deutsche Bühne
📅 erfasst am 13.05.2026
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Ein Rückblick: 13. Sächsisches Theatertreffen in Görlitz und Zittau
Bundesweit

Das 13. Sächsische Theatertreffen fand vom 21. bis 26. April 2026 in Görlitz und Zittau statt, ausgerichtet vom Gerhart-Hauptmann-Theater Görlitz-Zittau. Auf sechs Bühnen wurden 21 Inszenierungen aus sächsischen Theatern gezeigt, ergänzt durch Produktionen aus Polen und Tschechien im Rahmen des trinationalen J-O-Ś-Festivals. Den Festivalpreis erhielt das Theater Plauen-Zwickau für Dirk Löschners Inszenierung „Richard III." mit einem rein weiblichen Ensemble, die die Jury durch darstellerische Genauigkeit und ästhetische Geschlossenheit überzeugte. Besondere Aufmerksamkeit erlangten außerdem „Der Girschkarten" vom Schauspiel Leipzig und „Der Nazi & der Friseur" vom Staatsschauspiel Dresden. Neben der künstlerischen Präsentation wurde beim Treffen auch die kulturpolitische Frage diskutiert, wie Theatervielfalt in ressourcenschwächeren Regionen wie der Oberlausitz langfristig gesichert werden kann.

Die Deutsche Bühne
📅 erfasst am 13.05.2026
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40. Bayerische Theatertage starten in Regensburg
Regensburg

Die 40. Bayerischen Theatertage finden vom 8. bis 25. Mai 2026 in Regensburg statt und stehen unter dem Motto „Vielfalt leben". Eine siebenköpfige Jury wählte aus 92 gesichteten Bewerberstunden 26 Produktionen von bayerischen Bühnen aus; 64 Theater hatten sich beworben. Das Festival hat auch strukturelle Bedeutung: Zum Auftakt wurde das Theater Regensburg offiziell zum Staatstheater erhoben. Das Programm umfasst neben klassischen Bühnenabenden – darunter die Europäische Erstaufführung von Paul Moravecs Oper „The Shining" – auch hybride Formate wie eine VR-Inszenierung des Staatstheaters Augsburg sowie partizipative Veranstaltungen im öffentlichen Stadtraum.

Die Deutsche Bühne
📅 erfasst am 13.05.2026
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Rosarot und Giftgrün
Bundesweit

Die Regisseurin Ruth Mensah inszeniert am Essener Grillo-Theater die Uraufführung von „Maus, Geld, Gespenst" der Berliner Autorin Sunan Gu, eine Koproduktion der Ruhrfestspiele Recklinghausen und des Schauspiel Essen. Das 2025 mit dem Volksbühnenpreis für Theaterliteratur ausgezeichnete Stück folgt fünf miteinander verwobenen Figuren, die zwischen Berlin und Beijing mit Einsamkeit, Rassismus, kultureller Identität und sozialen Zwängen kämpfen. Mensahs Inszenierung arbeitet mit einer markanten Bildsprache: Die Darstellenden tragen übergroße Masken, agieren in rosaroten Kostümen auf einer sterilen Bühne und spielen mit Requisiten wie einem Fleischberg und giftgrünem Wackelpudding. Besonders hervorgehoben wird die körperliche Ausdrucksstärke des Ensembles, das trotz unbewegter Maskengesichter intensive emotionale Wirkung erzielt. Die Inszenierung stellt Themen wie strukturellen Rassismus, Wohlstand und kulturelle Aneignung ohne didaktische Führung offen in den Raum.

Die Deutsche Bühne
📅 erfasst am 13.05.2026
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Experiment mit Electro-Pop
Muenchen

Die Münchener Biennale wurde mit der Uraufführung von „Codeborn" der Komponistin Zara Ali in der Muffathalle eröffnet. Das Stück verbindet wilden Electro-Pop mit klassischen Elementen und thematisiert Quantenmechanik sowie Künstliche Intelligenz in Form eines inszenierten „Experiments" an einem Paar. Die Sopranistin Lucy Altus und Bariton Julien Horbatuk verkörpern das Paar, während Countertenor Thomas Lichtenecker als „Doll" auftritt; Regie führten Florentine Klepper und Deva Schubert. Das postmoderne Zeichensystem aus Musik, Spiel und Bühne – ausgestattet von Wolfgang Menardi – bleibt bewusst ohne moralische Wertung und lässt das Publikum teils ratlos zurück. Ergänzt wurde der Eröffnungsabend durch die Videoinstallation „Arche", bei der die Bildebene die musikalische Begleitung von Eugene Birman überwog.

Die Deutsche Bühne
📅 erfasst am 13.05.2026
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Theater Baden-Baden
Tennis auf Leben und Tod

Mit Arthur Schnitzlers Tragikomödie „Das weite Land" verabschiedet sich Nicola May nach 22 Jahren als Intendantin vom Theater Baden-Baden. Die Inszenierung zeigt das verlogene Treiben des Wiener Bürgertums vor dem Ersten Weltkrieg, in dem der Unternehmer Friedrich Hofreiter (Sebastian Mirow) seine Frau Genia (Constanze Weinig) betrügt und schließlich ein Duell mit dem jungen Marineoffizier Otto provoziert. May setzt auf konventionelles Schauspielertheater mit heiterem Freizeitflair – Kostüme im Tennislook, ein idyllisches Bühnenbild – und bleibt damit nach Einschätzung der Kritikerin an der Oberfläche des Stücks. Die psychologischen Abgründe, die Schnitzler in seinem Text anlegt, werden in dieser Produktion nicht ausgelotet; die Inszenierung verharrt im gesellschaftlichen Konversationston.

Die Deutsche Bühne
📅 erfasst am 13.05.2026
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Bühnen Halle
Schmerzensfrau
Bundesweit

Die Bühnen Halle zeigen am Neuen Theater die Uraufführung von „Die Lungenschwimmprobe", einer Bühnenfassung des gleichnamigen Romans des norwegischen Autors Tore Renberg. Der historisch verankerte Stoff schildert das Schicksal der 15-jährigen Anna Voigt, die im späten 17. Jahrhundert des Kindsmordes beschuldigt wird und trotz medizinischer Entlastungsgutachten einen jahrelangen Prozess durchleidet. Regisseurin und künstlerische Leiterin Mille Maria Dalsgaard konzentriert sich in ihrer Inszenierung auf das persönliche Martyrium der Protagonistin, während die rechtshistorische Dimension – darunter das Wirken des Juristen Christian Thomasius und die Bedeutung der Lungenschwimmprobe für die Rechtsmedizin – in den Hintergrund tritt. Die Produktion arbeitet mit minimalistischem Bühnenbild, symbolischen Bildmitteln und einer überwiegend erzählenden Spielweise; Aline Bucher trägt die Titelrolle. Tobias Prüwer bespricht die Inszenierung im Rahmen einer Kritik vom 10. Mai 2026.

Die Deutsche Bühne
📅 erfasst am 13.05.2026
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Monologe im Kollektiv

Sebastian Hartmann inszenierte am Staatsschauspiel Dresden die Uraufführung von „Träume in Europa" des Theaterautors Wolfram Lotz. Die Textvorlage ist ein rund hundertseitiges Prosaband, das knapp hundert anonyme Traumberichte aus europäischen Internetforen versammelt. Zehn Darsteller:innen und eine Pianistin präsentieren diese Traummonologe auf einer schlichten, von rollbaren Wandelementen gerahmten Bühne, zunächst nüchtern-distanziert, zunehmend körperlich-expressiv. Hartmann übernimmt den Text weitgehend unverändert und verzichtet auf psychologische Deutung zugunsten eines rituell-performativen Spiels mit Licht, Kostüm und Raumwirkung. Der Abend dauert knapp vier Stunden und fragt nach den Möglichkeiten kollektiver Erfahrung radikal individueller, nächtlicher Innenwelten.

Die Deutsche Bühne
📅 erfasst am 13.05.2026
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Das Pop-up-Tagebuch der Anne Frank
Bundesweit

Das Schauspiel Wuppertal zeigt in einer Inszenierung von Anne Mulleners „Das Tagebuch der Anne Frank" in Kooperation mit dem Figurentheaterfestival FIDENA. Die Produktion verbindet klassisches Schauspiel mit Elementen des Figurentheaters: Puppen- und Objektspielerin Sara Hasenbrink gestaltete ein Pop-up-Buch, aus dem Annes imaginäre Briefpartnerin Kitty als sichtbare Figur hervortritt, während Schattenbilder die Albträume der Versteckten darstellen. Auf einer weißen, bewusst spartanisch gehaltenen Bühne pendelt das Ensemble um Julia Meier als Anne Frank zwischen komödiantischer Leichtigkeit und emotionaler Eindringlichkeit. Die Premiere fiel bewusst in die Woche der Gedenktage rund um das Ende des Zweiten Weltkriegs, und in der Produktion wirkt auch ein Mitglied des inklusiven Schauspielstudios STUDIYOU mit.

Die Deutsche Bühne
📅 erfasst am 13.05.2026
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Theater Regensburg
Hölle mit weißer Fassade
Oberpfalz

Das Staatstheater Regensburg zeigte im Rahmen der Eröffnung der 40. Bayerischen Theatertage die europäische Erstaufführung der Oper „The Shining" des amerikanischen Komponisten Paul Moravec, zehn Jahre nach der Uraufführung in Minnesota. Intendant Sebastian Ritschel inszenierte das Werk mit Fokus auf den psychologischen Kern der Romanvorlage von Stephen King, weniger auf Schockmomente à la Kubrick; das Grauen entfaltet sich stattdessen als kontinuierliches Zeitkontinuum. Das aufwendige Bühnenbild von Sam Madwar mit Videoprojektionen, Drehscheibe und Hebebühne sowie die Darsteller Carl Rumstadt (Jack), Theodora Varga (Wendy) und Vitus Heumüller (Danny) prägten die Produktion. GMD Stefan Veselka leitete das Philharmonische Orchester Regensburg durch Moravecs flächig-opulente Partitur, die die Sängerstimmen vor allem durch Lautstärke fordert. Ab 29. Mai übernimmt das Theater Vorpommern die Produktion.

Die Deutsche Bühne
📅 erfasst am 13.05.2026
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Packendes Liebes- und Politdrama
Bundesweit

Das Theater Koblenz präsentiert unter der Regie von Intendant Markus Dietze die deutsche Erstaufführung der Oper „Antony and Cleopatra" des amerikanischen Komponisten John Adams – als zweites Haus in Europa. Das Werk, das Liebes- und Machtdrama um Antonius, Cleopatra und Caesar basiert auf Texten von Shakespeare, Plutarch und Vergil und dauert inklusive Pause drei Stunden. Die Hauptrollen sind mit Danielle Rohr (Cleopatra), Andrew Finden (Antony) und Tobias Haaks (Caesar) besetzt; das Staatsorchester der Rheinischen Philharmonie spielt unter der Leitung von Enrico Delamboye. Das reduzierte Bühnenbild von Bodo Demelius wird durch Videos und Live-Bilder ergänzt, während Adams' Musik für ihre enge Verzahnung mit der dramatischen Spannungskurve des Librettos beschrieben wird.

Die Deutsche Bühne
📅 erfasst am 13.05.2026
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Hommage an die Mutter
Bundesweit

Am Badischen Staatstheater Karlsruhe hat Regisseur Jan Bosse Joachim Meyerhoffs Roman „Man kann auch in die Höhe fallen" – Teil 6 der Reihe „Alle Toten fliegen hoch" – als Solo-Bühnenadaption inszeniert. Schauspielerin Anne Müller spielt darin sowohl den Sohn als auch die Mutter, deren Vitalität im Mittelpunkt des Werkes steht, das Meyerhoffs Genesungsaufenthalt bei seiner Mutter in Schleswig nach einem Schlaganfall schildert. Die Inszenierung setzt auf selbstironische Übertheatralik, Slapstick und aufwändige Bühneneffekte, ergänzt durch eigens komponierten Songs von Pianist Matthias Flake, der Erzählkomplexe des Romans in Lieder verwandelt. Der Kritiker Manfred Jahnke beschreibt das Ergebnis als eine Hommage, die nicht nur der Mutterfigur, sondern dem Theater selbst gilt.

Die Deutsche Bühne
📅 erfasst am 13.05.2026
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Nadine Bilke bleibt bis 2032 ZDF-Programmdirektorin
Bundesweit

Der ZDF-Verwaltungsrat hat Nadine Bilke in ihrem Amt als Programmdirektorin bestätigt. Bilke, die diese Position seit 2022 bekleidet, wird die Programmverantwortung beim Mainzer Sender nun bis mindestens 2032 tragen. ZDF-Intendant Norbert Himmler lobte sie als „ausgezeichnete Medien- und Programm-Managerin" und betonte die gemeinsame Ausrichtung auf eine lineare und nonlineare Zukunft des Senders. Bilke begann ihre ZDF-Karriere 2002 als Redakteurin und leitete von 2018 bis 2022 den Spartenkanal ZDFneo, bevor sie zur Programmdirektorin aufstieg.

DWDL.de
📅 erfasst am 13.05.2026
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Förderung für "Euphorie" und Masucci-Dokumentarfilm
Bundesweit

Die Film- und Medienstiftung NRW hat in ihrer zweiten Förderrunde des Jahres insgesamt 11,8 Millionen Euro an 32 Projekte vergeben. Zu den geförderten Serienprojekten gehören die zweite Staffel der RTL-Coming-of-Age-Serie „Euphorie" (1,5 Millionen Euro, produziert von Zeitsprung Pictures) sowie der ARD/WDR-Zweiteiler „Eisige Nächte" (1,1 Millionen Euro). Die höchste Einzelförderung von 1,77 Millionen Euro erhielt der Kinofilm „Der Lappen" der Schwestern Yasemin und Nesrin Şamdereli, die erneut eine im Ruhrgebiet angesiedelte Komödie drehen. Weitere Mittel gingen unter anderem an eine WDR-Dokumentation über Schauspieler Oliver Masucci („Oliver Masucci – Acting Beyond Fear", Regie: Aljoscha Pause, 350.000 Euro) sowie an eine vierteilige Dokuserie über die deutsche Handball-Nationalmannschaft für ProSiebenSat.1 (150.000 Euro).

DWDL.de
📅 erfasst am 13.05.2026
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Was ist Glück?
Bundesweit

Die Oper Köln zeigt mit „Picture a day like this" des britischen Komponisten George Benjamin die deutsche Erstaufführung einer internationalen Koproduktion, die 2023 in Aix-en-Provence uraufgeführt wurde. Das Werk folgt einer trauernden Frau, die auf der Suche nach einem glücklichen Menschen scheitert und am Ende erkennt, dass es kein Glück gibt. Die Inszenierung von Daniel Jeanneteau und Marie-Christine Soma wirkt in Köln distanziert und emotionslos, da das Kreativteam bei der Premiere nicht anwesend war und die Sänger die Produktion lediglich einstudiert haben. Musikalisch überzeugt der Abend dennoch: Dirigent Christian Karlsen führt das Gürzenich-Orchester Köln präzise, und das Ensemble mit Adriana Bastidas-Gamboa, Emily Hindrichs und John Brancy singt auf hohem Niveau. Die szenische Kälte und fehlende Bühnenpräsenz der Darsteller verhinderten jedoch laut Kritiker Andreas Falentin, dass das Werk sein emotionales Potenzial entfalten konnte.

Die Deutsche Bühne
📅 erfasst am 13.05.2026
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ESC in Wien: "Wir haben alles gebrandet, was man branden kann"
International

Der Eurovision Song Contest 2026 findet in Wien statt, mit Halbfinalen am Dienstag und Donnerstag sowie dem Finale am 16. Mai. Der ORF investiert 16 Millionen Euro in das Event, die Stadt Wien weitere 22,6 Millionen Euro; ein direkter Gewinn für den ORF ist laut Kaufmännischer Direktorin Eva Schindlauer „völlig unrealistisch", werde aber durch Umwegrentabilität und technologischen Wissenszuwachs kompensiert. Tourismus-Staatssekretärin Elisabeth Zehetner beziffert den erwarteten Nachfrageimpuls auf rund 57 Millionen Euro. ORF-Programmdirektorin Stefanie Groiss-Horowitz erklärte, man habe „alles gebrandet, was man branden kann", um Österreich als Tourismus-Destination zu vermarkten – von Künstlergarderoben über den Green Room bis hin zu eigenem Wasserbranding. Im Hintergrund belastet zudem der Führungsstreit um den gefeuerten ORF-Generaldirektor Roland Weißmann das Unternehmen, dessen Nachfolge ab 2027 noch ungeklärt ist.

DWDL.de
📅 erfasst am 13.05.2026
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Wer hat die Autobahn gebaut?

Die Staatsoper Stuttgart hat mit „Station Paradiso" eine Uraufführung der kroatischen Komponistin Sara Glojnarić präsentiert, inszeniert von Anika Rutkofsky. Das als „Mixtape-Oper" konzipierte Dokumentationstheater basiert auf Interviews mit Kindern von Gastarbeiterinnen und Gastarbeitern sowie einer im Stuttgarter StadtPalais aufgefundenen Audiokassette mit Familienaufnahmen. Im Mittelpunkt steht eine fiktive Busreise, auf der Arbeitsmigrantinnen und -migranten verschiedener Herkunft – darunter italienische, türkische und jugoslawische Figuren – mit Liedern ihrer Heimat bezahlen, gesungen von Goran Jurić, Matthias Klink und Diana Haller. Glojnaričs Kompositionsstil verbindet minimalistische Klangtableaus mit Popmusik-Elementen und wird vom Rezensenten als spannungsreich zum melancholisch-nostalgischen Grundton des Librettos der Theaterautorin Tanja Šljivar beschrieben.

Die Deutsche Bühne
📅 erfasst am 13.05.2026
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Das laute Flüstern der Gräber
Oberbayern

Die Bayerische Staatsoper München hat Brett Deans neue Oper „Of One Blood" uraufgeführt, die das historische Machtverhältnis zwischen Maria Stuart und Königin Elisabeth I. thematisiert. Das Libretto von Heather Betts basiert auf Briefen und historischen Zeugnissen der beiden Königinnen und wurde von Regisseur Claus Guth als szenischer Thriller inszeniert. Vladimir Jurowski leitete das Bayerische Staatsorchester, die Hauptrollen sangen Vera-Lotte Boecker (Maria) und Johanni van Oostrum (Elizabeth). Bühnenbildner Étienne Pluss verankerte das Geschehen in einem futuristischen Labor, von dem aus die historischen Grabmale beider Königinnen aus der Westminster Abbey als Ausgangspunkt der Handlung dienen. Die Uraufführung wurde vom Publikum mit einhelligem Jubel aufgenommen.

Die Deutsche Bühne
📅 erfasst am 13.05.2026
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Werner Herzog – zu groß für Deutschland
Bundesweit

Der SWR-Kultur/BR-Podcast „Werner Herzog – zu groß für Deutschland" (6 Folgen, 2026) beleuchtet Leben und Werk des deutschen Filmemachers Werner Herzog, der international als Legende gilt, in seiner Heimat jedoch kaum bekannt ist. Host Max Osenstätter folgt Herzogs Spuren von den turbulenten Dreharbeiten zu „Fitzcarraldo" im peruanischen Dschungel – mit Bränden, dem Schiff über den Berg und Hauptdarsteller Klaus Kinski – bis zu Herzogs Weggang nach Los Angeles in den frühen 1990er-Jahren. Die Serie beleuchtet auch Herzogs Biografie: seine Armut, den gestohlenen Ersten Kamera, Schmuggeleien mit seiner späteren Frau Martje und seine Zeit als Rodeo-Clown in Mexiko. Im Mittelpunkt steht zudem Herzogs Konzept der „Ekstatischen Wahrheit" sowie sein ambivalentes Verhältnis zur dokumentarischen Wahrhaftigkeit. Produziert wurde die Reihe von Plotprodukt für SWR Kultur und BR.

ARD Kultur
📅 erfasst am 13.05.2026
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Block Party – Peter Fox feiert mit Berlin
Bundesweit

Der Berliner Musiker Peter Fox veranstaltete im Sommer 2024 eine Reihe kostenloser Open-Air-Konzerte – die sogenannte „Block Party" – in verschiedenen Berliner Stadtteilen, darunter Neukölln, Kreuzberg, Marzahn und Schöneberg. Ziel war es, Menschen aus unterschiedlichen sozialen und kulturellen Milieus zusammenzubringen und gesellschaftliche Trennlinien in der Stadt zu überwinden. Gleichzeitig nutzte Fox die Konzerte, um drei junge Nachwuchskünstler aus Berlin zu fördern: den Erzieher und Rapper Kevin (31) aus Neukölln, die 16-jährige Schülerin und Sängerin Cerin aus Gropiusstadt sowie den Rapper und Produzenten Nik (24) aus Marzahn. Eine Dokumentation des SWR in Zusammenarbeit mit RBB, ARD Kultur und HR begleitet das Projekt; Regie führte David Seeberg.

ARD Kultur
📅 erfasst am 13.05.2026
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