Pressespiegel
Kuratierte Kulturberichterstattung aus Bayern und darüber hinaus.
Region: Staedte
51 Artikel gefunden · Seite 1 von 3
Die US-amerikanische Schlagzeugerin, Komponistin und Produzentin Terri Lyne Carrington wurde Ende Januar 2026 zur Bayerischen Spitzenprofessorin an der Hochschule für Musik und Theater München (HMTM) berufen. Die vierfache Grammy-Preisträgerin und NEA Jazz Master ist bislang vor allem als Lehrende am Berklee College of Music sowie als Gründerin des dortigen Institute of Jazz and Gender Justice bekannt und hat mit Größen wie Herbie Hancock, Wayne Shorter und Stan Getz zusammengearbeitet. Bayerischer Kunstminister Markus Blume bezeichnete sie als eine der einflussreichsten Persönlichkeiten des modernen Jazz. Die Professur wird über das Spitzenprofessurenprogramm der Hightech Agenda Bayern finanziert, das insgesamt rund 43 Millionen Euro für Spitzenprofessuren vorsieht. Carrington wird bis Ende 2028 an der HMTM lehren und dort sowohl in der Ensemblearbeit als auch in interdisziplinären Projekten tätig sein.
Das Staatstheater Augsburg bringt Jules Vernes „Die Reise zum Mittelpunkt der Erde" als Mixed-Reality-Produktion auf die Bühne, bei der das Publikum MR-Brillen trägt, um reales Bühnengeschehen mit computergenerierten Elementen wie Lava, Mammuts und Champignon-Wäldern zu erleben. Regie führt Lukas Joshua Baueregger gemeinsam mit 3D-Artist und Co-Teamleiter Benjamin Seuffert; auf der Bühne stehen die Schauspieler Gerald Fiedler und Florian Mania sowie Bariton Wiard Witholt. In einem Werkstattbericht schildern die drei Beteiligten ihre jeweiligen Herausforderungen: der Regisseur den dramaturgischen Einsatz der Technologie, der 3D-Artist die komplexe technische Infrastruktur für 80 Headsets und eine eigens steiler gebaute Tribüne, der Schauspieler die Schwierigkeit, auf unsichtbare virtuelle Objekte zu reagieren, die nur das Publikum sieht. Die Produktion entstand spartenübergreifend in 21 Probentagen und versteht die Mixed Reality ausdrücklich als ergänzendes Erzählmittel, nicht als Ersatz für klassischen Bühnenzauber.
Die 40. Bayerischen Theatertage finden vom 8. bis 25. Mai 2026 in Regensburg statt und stehen unter dem Motto „Vielfalt leben". Eine siebenköpfige Jury wählte aus 92 gesichteten Bewerberstunden 26 Produktionen von bayerischen Bühnen aus; 64 Theater hatten sich beworben. Das Festival hat auch strukturelle Bedeutung: Zum Auftakt wurde das Theater Regensburg offiziell zum Staatstheater erhoben. Das Programm umfasst neben klassischen Bühnenabenden – darunter die Europäische Erstaufführung von Paul Moravecs Oper „The Shining" – auch hybride Formate wie eine VR-Inszenierung des Staatstheaters Augsburg sowie partizipative Veranstaltungen im öffentlichen Stadtraum.
Die Münchener Biennale wurde mit der Uraufführung von „Codeborn" der Komponistin Zara Ali in der Muffathalle eröffnet. Das Stück verbindet wilden Electro-Pop mit klassischen Elementen und thematisiert Quantenmechanik sowie Künstliche Intelligenz in Form eines inszenierten „Experiments" an einem Paar. Die Sopranistin Lucy Altus und Bariton Julien Horbatuk verkörpern das Paar, während Countertenor Thomas Lichtenecker als „Doll" auftritt; Regie führten Florentine Klepper und Deva Schubert. Das postmoderne Zeichensystem aus Musik, Spiel und Bühne – ausgestattet von Wolfgang Menardi – bleibt bewusst ohne moralische Wertung und lässt das Publikum teils ratlos zurück. Ergänzt wurde der Eröffnungsabend durch die Videoinstallation „Arche", bei der die Bildebene die musikalische Begleitung von Eugene Birman überwog.
Warum die von der Bayerischen Staatsoper uraufgeführte Oper von Brett Dean missglückt ist und wie Claus Guth trotzdem für einen akzeptablen Theaterabend sorgt.
Unter anderem Ein Münchner im Himmel - Der Tod ist erst der Anfang: Die Neustarts im Cineplex Freyung in der dritten Maiwoche 2026... The post Woid-Kino im Mai (3): Soja statt Bier, Yoga statt Blasmusik first appeared on Onlinemagazin da Hogn.
Das Theater Regensburg wurde offiziell zum sechsten Staatstheater in Bayern ernannt. Die Ernennung wurde durch einen Kooperationsvertrag zwischen der Stadt Regensburg und dem Freistaat Bayern besiegelt. Ministerpräsident Markus Söder (CSU) bezeichnete den Schritt als Bekenntnis zur Kunstfreiheit in einer demokratischen Gesellschaft und betonte, dass Spitzenkunst nicht nur in München möglich sei. Das Haus bleibt Kommunalunternehmen unter der Trägerschaft der Stadt Regensburg, wird künftig jedoch zu gleichen Teilen von Stadt und Freistaat finanziell gefördert.
Im Herkulessaal München wird bei Grigory Sokolov schnell klar, wer die Regeln kennt – und wer nicht. Denn nach dem offiziellen Programm beginnt erst der eigentliche Abend mit einer Reihe überraschender, nie angekündigter Zugaben.
Vier Monate vor dem Oktoberfest-Anstich am 19. September 2026 hat der Münchner Stadtrat mehrere Neuerungen für die Wiesn beschlossen. Als Reaktion auf gefährliche Überfüllungen im Vorjahr werden die Sicherheitsmaßnahmen verschärft, darunter ein neues Koordinierungszentrum und erweiterte Videoüberwachung; zudem soll Blasmusik in den Zelten künftig eine Stunde früher beginnen, um internationale Gäste stärker auf Wochentage zu verteilen. Sogenannte Champagner-Duschen – das Verspritzen von Schampus über andere Gäste – werden in den Zelten verboten, da sie als Lebensmittelverschwendung und charakterfremd für das Volksfest gelten. Für Aufsehen sorgt außerdem der Wirt Alexander Egger, der nach seiner erfolglosen Bewerbung um ein großes Festzelt eine EU-weite Ausschreibung der Zelt-Vergabe anstrebt; die Vergabekammer Südbayern prüft seinen Antrag, während etablierte Wirte das bewährte Vergabesystem verteidigen. Neuer Oberbürgermeister ist Dominik Krause (Grüne), der beim traditionellen Anstich erstmals das erste Fass Bier anzapfen wird.
Maximilian Brückner spielt in der Komödie „Ein Münchner im Himmel – Der Tod ist erst der Anfang" von Regisseur David Dietl den Hobbymusiker und Taxifahrer Wiggerl, der nach einem Autounfall als Geist auf die Erde zurückgeschickt wird. Im Film singt Brückner den Song „Da Kini", den Tobias Kuhn und Peter Brugger von den Sportfreunden Stiller eigens für die fiktive Band der Hauptfigur geschrieben haben. Der Film startet am 14. Mai 2025 in den deutschen Kinos und vereint ein prominentes Ensemble, darunter Hannah Herzsprung, Heiner Lauterbach, Michaela May sowie Ina Müller und Olli Schulz. Im Interview berichtete Brückner, dass die Rolle des für fast alle unsichtbaren Geistes eine unerwartete schauspielerische Herausforderung darstellte, da er kaum Mitspieler hatte, mit denen er interagieren konnte.
Der Münchner Stadtrat hat Champagner-Duschen auf dem Oktoberfest verboten. Das teilte eine Sprecherin des Wirtschaftsreferats mit. Die Praxis, bei der Gäste Champagner in Fontänen über andere schütten, war zuletzt durch Videos in sozialen Medien verstärkt in die Kritik geraten. Laut „Süddeutscher Zeitung" begründen Rathauskreise das Verbot mit Lebensmittelverschwendung und dem Schutz des Charakters des Volksfestes – man wolle nicht, dass die Wiesn „zum Ballermann" verkomme.
Das Olivier Le Goas Trio tritt am 8. August 2026 um 20:00 Uhr im Brunnenhof im Zeughaus in Augsburg auf. Das Konzert findet im Rahmen des Internationalen Augsburger Jazzsommers statt. Das Trio besteht aus dem französischen Schlagzeuger und Komponisten Olivier Le Goas, dem amerikanischen Gitarristen Nir Felder und dem norwegischen Bassisten Håkon Huldt-Nystrøm. Die Kombination aus erfahrenem Altmeister und jungen Nachwuchstalenten macht die Gruppe international erfolgreich.
Das Sam Newbould Quintet tritt am 1. August 2026 beim Internationalen Augsburger Jazzsommer im Brunnenhof im Zeughaus auf. Das aus der Amsterdamer Jazzszene hervorgegangene Ensemble um den britischen Saxophonisten Sam Newbould verbindet introvertierte Intimität mit überschwänglicher Klangfülle. Das Quintett ist durch den SWN Talent Award sowie die Edison-Nominierung für sein Album „Homing" international bekannt.
Christina Zurhausens Band Ausfahrt tritt am 25. Juli 2026 beim Internationalen Augsburger Jazzsommer im Brunnenhof im Zeughaus auf. Die Musik verbindet Grungerock-Ästhetik der 90er Jahre mit der Improvisationsenergie des Modern Jazz. Inspiriert vom postindustriellen Ruhrgebiet, präsentiert Zurhausen ihre Stücke mit Punk-Attitüde und virtuoser Spielfreude. Die Band besteht aus Christina Zurhausen (Gitarre), Yaroslav Likhachev (Saxofon), Calvin Lennig (Bass) und Ramon Keck (Schlagzeug).
Die Münchener Sängerin Fiona Grond präsentiert ihr Programm „Hearts Wide Open" am 18. Juli 2026 beim Internationalen Augsburger Jazzsommer im Brunnenhof im Zeughaus. Sie tritt dabei erstmals mit einem hochkarätig besetzten Sextett auf, nachdem sie bislang vor allem in kleinen Combos aufgetreten war. Die Musik bewegt sich zwischen Kammerjazz, Avant-Pop und neuer Musik und zeichnet sich durch filigrane Kompositionen aus, die dem Lauschen Vorrang vor dem Behaupten geben. Neben Grond als Sängerin sind Teresa Allgaier (Violine), Mathilde Vendramin (Cello), Luca Zambito (Piano), Robert Lucaciu (Bass) und Simon Popp (Drums/Percussion) beteiligt.
Das französische Jazz-Trio MŸA mit Robinson Khoury (Posaune), Léo Jassef (Piano) und Anissa Nehari (Percussion) tritt am 11. Juli 2026 beim Internationalen Augsburger Jazzsommer im Brunnenhof im Zeughaus auf. Die drei Musiker verbinden Jazz, nahöstliche Skalen und elektroakustische Klanglandschaften. Khoury wurde 2025 mit dem Prix Django Reinhardt als bester Jazzmusiker Frankreichs ausgezeichnet und ist aktuell für die Victoires du Jazz Awards nominiert.
Der US-amerikanische Trompeter Jeremy Pelt tritt am 8. Juli 2026 im Rahmen des Internationalen Augsburger Jazzsommers im Botanischen Garten Augsburg auf. Er präsentiert sein aktuelles Album „Our Community Will Not Be Erased", seine siebzehnte Veröffentlichung bei Highnote Records. Begleitet wird er von einer hochkarätigen Rhythmusgruppe: dem Grammy-nominierten Pianisten Orrin Evans, Bassist Buster Williams und Schlagzeuger Lenny White. Das Album vereint Eigenkompositionen, die die Beiträge der afroamerikanischen Gemeinschaft würdigen und ein Zeichen gegen das aktuelle politische Klima in den USA setzen.
Die Grammy-nominierte Jazzsängerin Gretchen Parlato tritt am 22. Juli 2026 im Rahmen des Internationalen Augsburger Jazzsommers im Botanischen Garten Augsburg auf. Sie präsentiert dabei erstmals live in Europa neue Stücke, die in Zusammenarbeit mit Alan Hampton entstanden sind und auf dem im Juni 2026 erscheinenden Album „The Wise" veröffentlicht werden. Begleitet wird sie von Alan Hampton (Bass, Gitarre), Jacob Mann (Piano) und Schlagzeuger Mark Guiliana.
Die Rainbirds feiern ihr 40-jähriges Bandjubiläum mit der Tour „Through The Web Of Time" und spielen am 15. Mai in den Münchner Kammerspielen. Die Berliner Jangle-Pop-Band tritt in erweiterter Originalbesetzung auf, darunter Gründungsmitglieder Katharina Franck und Michael Beckmann sowie Gastmusiker Rodrigo González von Die Ärzte.
Sängerin Katharina Franck spricht im Interview über die Reunion der Rainbirds nach 36 Jahren, die sie nicht als klassisches Comeback versteht, sondern als würdiges Feiern einer gemeinsamen Geschichte. Die Band spielt am 15. Mai in den Münchner Kammerspielen. Triebkraft der Reunion ist laut Franck Schlagzeuger Beckmann; alle ursprünglichen Mitglieder – darunter Rodrigo Gonzales und Wolfgang Glum – seien wieder mit dabei. Die Songs des zweiten Albums behandeln Themen wie Queerness und Selbstermächtigung und seien musikalisch bis heute relevant. Konkrete Pläne über das Jubiläum hinaus gibt es nicht.
Der Pianist mit Werken von Beethoven und Schubert im Herkulessaal - und vielen Zugaben
Warum die von der Bayerischen Staatsoper uraufgeführte Oper von Brett Dean mißglückt ist und wie Claus Guth trotzdem für einen akzeptablen Theaterabend sorgt
Das Münchner Kunstfestival Various Others findet vom 14. bis 24. Mai an 39 Orten in München statt. Es vernetzt Galerien, Institutionen und Ausstellungsplattformen und lädt auch internationale Galerien wie Esther Schipper, Hauser & Wirth und Kamel Mennour ein. Erstmals vergibt das Festival in diesem Jahr einen Preis für die beste Kooperation zwischen Galerien und von Kunstschaffenden betriebenen Ausstellungsorten. Sechs sogenannte Artist-run Spaces nehmen teil, darunter Eyes Only, GiG Munich und Space N.N. Das Festival umfasst 60 öffentliche Veranstaltungen, von Walking Tours über Performances bis hin zu Konzerten.
Die Münchener Biennale für neues Musiktheater eröffnet mit einem Doppelabend, der Hans Werner Henzes Liedzyklus „Voices" (1973) als Ausgangspunkt nutzt und dessen gesellschaftskritische Themen als erschreckend aktuell präsentiert. Während der erste Teil mit Sänger:innen der Theaterakademie und dem Münchner Kammerorchester überzeugt, bleibt der zweite Teil um einen humanoiden Roboter konzeptuell plakativ. Zari Alis „Codeborn" über eine KI-Versuchsanordnung enttäuscht mit unklarer Dramaturgie und klanglichem Tumult. Den stärksten Eindruck hinterlässt „Endlich" von Asia Ahmetjanova und Franziska Angerer, das mit sieben älteren Laiendarsteller:innen, drei Nornen und einer klar strukturierten Musik das Älterwerden und Sterben würdevoll in Szene setzt.