Pressespiegel
Kuratierte Kulturberichterstattung aus Bayern und darüber hinaus.
Thema: Veranstaltungen
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Das Sam Newbould Quintet tritt am 1. August 2026 beim Internationalen Augsburger Jazzsommer im Brunnenhof im Zeughaus auf. Das aus der Amsterdamer Jazzszene hervorgegangene Ensemble um den britischen Saxophonisten Sam Newbould verbindet introvertierte Intimität mit überschwänglicher Klangfülle. Das Quintett ist durch den SWN Talent Award sowie die Edison-Nominierung für sein Album „Homing" international bekannt.
Christina Zurhausens Band Ausfahrt tritt am 25. Juli 2026 beim Internationalen Augsburger Jazzsommer im Brunnenhof im Zeughaus auf. Die Musik verbindet Grungerock-Ästhetik der 90er Jahre mit der Improvisationsenergie des Modern Jazz. Inspiriert vom postindustriellen Ruhrgebiet, präsentiert Zurhausen ihre Stücke mit Punk-Attitüde und virtuoser Spielfreude. Die Band besteht aus Christina Zurhausen (Gitarre), Yaroslav Likhachev (Saxofon), Calvin Lennig (Bass) und Ramon Keck (Schlagzeug).
Die Münchener Sängerin Fiona Grond präsentiert ihr Programm „Hearts Wide Open" am 18. Juli 2026 beim Internationalen Augsburger Jazzsommer im Brunnenhof im Zeughaus. Sie tritt dabei erstmals mit einem hochkarätig besetzten Sextett auf, nachdem sie bislang vor allem in kleinen Combos aufgetreten war. Die Musik bewegt sich zwischen Kammerjazz, Avant-Pop und neuer Musik und zeichnet sich durch filigrane Kompositionen aus, die dem Lauschen Vorrang vor dem Behaupten geben. Neben Grond als Sängerin sind Teresa Allgaier (Violine), Mathilde Vendramin (Cello), Luca Zambito (Piano), Robert Lucaciu (Bass) und Simon Popp (Drums/Percussion) beteiligt.
Das französische Jazz-Trio MŸA mit Robinson Khoury (Posaune), Léo Jassef (Piano) und Anissa Nehari (Percussion) tritt am 11. Juli 2026 beim Internationalen Augsburger Jazzsommer im Brunnenhof im Zeughaus auf. Die drei Musiker verbinden Jazz, nahöstliche Skalen und elektroakustische Klanglandschaften. Khoury wurde 2025 mit dem Prix Django Reinhardt als bester Jazzmusiker Frankreichs ausgezeichnet und ist aktuell für die Victoires du Jazz Awards nominiert.
Der US-amerikanische Trompeter Jeremy Pelt tritt am 8. Juli 2026 im Rahmen des Internationalen Augsburger Jazzsommers im Botanischen Garten Augsburg auf. Er präsentiert sein aktuelles Album „Our Community Will Not Be Erased", seine siebzehnte Veröffentlichung bei Highnote Records. Begleitet wird er von einer hochkarätigen Rhythmusgruppe: dem Grammy-nominierten Pianisten Orrin Evans, Bassist Buster Williams und Schlagzeuger Lenny White. Das Album vereint Eigenkompositionen, die die Beiträge der afroamerikanischen Gemeinschaft würdigen und ein Zeichen gegen das aktuelle politische Klima in den USA setzen.
Der ehemalige Smokie-Sänger Chris Norman (75) erweitert seine „Lifelines"-Tournee um acht Zusatzkonzerte im April 2027. Veranstalter Semmel Concerts begründet die Ausweitung mit großer Nachfrage und bereits ausverkauften Terminen der ursprünglichen Herbst-2026-Tour. Die Zusatzkonzerte führen Norman unter anderem nach Chemnitz, Dresden, Oberhausen, Bremen, Berlin und Rostock. Anlass der Tour ist Normans im März 2026 erschienenes Album „Lifelines", das direkt auf Platz sechs der Offiziellen Deutschen Album-Charts einstieg.
Das Joey Calderazzo Trio tritt am 29. Juli 2026 im Rahmen des Internationalen Augsburger Jazzsommers im Botanischen Garten Augsburg auf. Der US-amerikanische Pianist Joey Calderazzo gilt als einer der bedeutendsten Jazzpianisten seiner Generation und hat mit Größen wie Michael Brecker und Branford Marsalis zusammengearbeitet. Mit Bassist Orlando le Fleming und Schlagzeuger David Hawkins präsentiert er Eigenkompositionen sowie Cover-Arrangements, die swingenden Blues, Post-Bop und freie Improvisation verbinden. Das Trio hat zuletzt das Album „Live From The Cotton Club Tokyo, Volume I" veröffentlicht.
Die Grammy-nominierte Jazzsängerin Gretchen Parlato tritt am 22. Juli 2026 im Rahmen des Internationalen Augsburger Jazzsommers im Botanischen Garten Augsburg auf. Sie präsentiert dabei erstmals live in Europa neue Stücke, die in Zusammenarbeit mit Alan Hampton entstanden sind und auf dem im Juni 2026 erscheinenden Album „The Wise" veröffentlicht werden. Begleitet wird sie von Alan Hampton (Bass, Gitarre), Jacob Mann (Piano) und Schlagzeuger Mark Guiliana.
Die britische Sängerin FKA Twigs (38) wird die legendäre Tänzerin, Aktivistin und französische Nationalheldin Josephine Baker (1906–1975) in einem offiziellen Biopic verkörpern. Regie führt die französische Filmemacherin Maïmouna Doucouré (41); das Projekt ist das erste Biopic über Baker, das von ihren Nachkommen autorisiert wurde – zwei Mitglieder ihrer Adoptivfamilie sind daran beteiligt. Josephine Baker wurde in den 1920er-Jahren als erste schwarze Frau zum Weltstar, kämpfte in der Résistance gegen die deutsche Besatzung Frankreichs und setzte sich in den USA gegen die Rassentrennung ein; 2021 wurde sie als erste schwarze Frau ins Pantheon in Paris aufgenommen. FKA Twigs erklärte in einem Statement, sie freue sich darauf, Bakers Kampf, Talent und Heldenmut auf die Leinwand zu bringen.
Die Dresdner Musikfestspiele starten ihre 49. Ausgabe unter dem Motto „Leichtigkeit des Seins" mit starker Nachfrage: Mehr als ein Drittel der 64 Veranstaltungen ist bereits ausverkauft. Den Auftakt bildet eine konzertante Aufführung von Wagners „Götterdämmerung" auf historischen Instrumenten, finanziert durch eine Spende von rund 1,7 Millionen Euro des Packard Humanities Institute. Das vielfältige Programm reicht von Klassik über Jazz und Weltmusik bis zu Schauspiel und umfasst Debüts von Tobias Moretti, dem Wiener Burgtheater und Youtube-Star Hayato Sumino. Zum Abschluss am 14. Juni tritt Hollywood-Legende Bill Murray gemeinsam mit Intendant Jan Vogler im Programm „New Worlds" auf.
No Doubt haben ihre Sphere-Residency in Las Vegas mit einem nostalgiereichen Set eröffnet, das seltene Songs wie den Titeltrack von „Tragic Kingdom" (zuletzt 2009 gespielt) und „The Climb" (seit 1997 nicht mehr) enthielt. Die Show markierte zugleich den Bühnenrückkehr von Gitarrist Tom Dumont, der kürzlich seine Parkinson-Erkrankung öffentlich gemacht hatte. Insgesamt umfasst die Residency nun 18 Shows bis zum 13. Juni.
Die 61. Kunstbiennale in Venedig hat ohne Eröffnungsfeier begonnen und verzeichnete mit rund 10.000 Besuchern am ersten Tag einen Zulauf von zehn Prozent mehr als bei der Vorausgabe. Die Teilnahme Russlands und Israels löste Proteste aus: Aktivisten demonstrierten gegen beide Länder, 20 nationale Pavillons blieben wegen eines Streiks geschlossen, und die Jury trat im Streit zurück. Italiens Kulturminister Alessandro Giuli kritisierte die russische Beteiligung scharf, während Biennale-Leiter Pietrangelo Buttafuoco und Vize-Regierungschef Matteo Salvini vor Zensur warnten. Zusätzlich überschatten zwei Todesfälle die Veranstaltung: Kuratorin Koyo Kouoh und die deutsche Repräsentantin Henrike Naumann starben vor der Eröffnung an Krebs.
Pearl Jam haben zum National Gun Violence Awareness Day die unzensierte Version ihres Musikvideos „Jeremy" von 1992 veröffentlicht. Das Video basiert auf der wahren Geschichte von Jeremy Wade Delle, der sich 1991 vor seinen Klassenkameraden im Unterricht erschoss. In der neuen Fassung ist nun zu sehen, was zuvor aus TV-Zensurgründen verborgen blieb. Die Band setzt damit ein Zeichen gegen Waffengewalt und spendet Einnahmen aus dem Verkauf eines „Choices"-T-Shirts an entsprechende Organisationen.
Die Bayerische Staatsoper hat Brett Deans Oper „Of one Blood" über die Rivalität zwischen Elisabeth I. und Mary Stuart uraufgeführt. Die Komposition mit großem Orchesteraufwand und elektronischen Elementen überzeugt musikdramatisch nur bedingt, da sie kaum hörbare Unterschiede zwischen den beiden Sopranistinnen Johanni van Oostrum und Vera-Lotte Boecker schafft. GMD Vladimir Jurowski leitet souverän durch die anspruchsvollen Partien. Gerettet wird der Abend durch Claus Guths Inszenierung, die die Handlung in einem futuristischen Museum ansiedelt und die Personenregie bis ins Detail ausarbeitet. Ob sich das Werk ohne diese glänzende Inszenierung im Repertoire behaupten kann, bleibt offen.
Die Rainbirds feiern ihr 40-jähriges Bandjubiläum mit der Tour „Through The Web Of Time" und spielen am 15. Mai in den Münchner Kammerspielen. Die Berliner Jangle-Pop-Band tritt in erweiterter Originalbesetzung auf, darunter Gründungsmitglieder Katharina Franck und Michael Beckmann sowie Gastmusiker Rodrigo González von Die Ärzte.
Sängerin Katharina Franck spricht im Interview über die Reunion der Rainbirds nach 36 Jahren, die sie nicht als klassisches Comeback versteht, sondern als würdiges Feiern einer gemeinsamen Geschichte. Die Band spielt am 15. Mai in den Münchner Kammerspielen. Triebkraft der Reunion ist laut Franck Schlagzeuger Beckmann; alle ursprünglichen Mitglieder – darunter Rodrigo Gonzales und Wolfgang Glum – seien wieder mit dabei. Die Songs des zweiten Albums behandeln Themen wie Queerness und Selbstermächtigung und seien musikalisch bis heute relevant. Konkrete Pläne über das Jubiläum hinaus gibt es nicht.
Der Pianist mit Werken von Beethoven und Schubert im Herkulessaal - und vielen Zugaben
Warum die von der Bayerischen Staatsoper uraufgeführte Oper von Brett Dean mißglückt ist und wie Claus Guth trotzdem für einen akzeptablen Theaterabend sorgt
Das Münchner Kunstfestival Various Others findet vom 14. bis 24. Mai an 39 Orten in München statt. Es vernetzt Galerien, Institutionen und Ausstellungsplattformen und lädt auch internationale Galerien wie Esther Schipper, Hauser & Wirth und Kamel Mennour ein. Erstmals vergibt das Festival in diesem Jahr einen Preis für die beste Kooperation zwischen Galerien und von Kunstschaffenden betriebenen Ausstellungsorten. Sechs sogenannte Artist-run Spaces nehmen teil, darunter Eyes Only, GiG Munich und Space N.N. Das Festival umfasst 60 öffentliche Veranstaltungen, von Walking Tours über Performances bis hin zu Konzerten.
Der Eurovision Song Contest feiert 2026 sein 70. Jubiläum, das Finale findet am 16. Mai in Wien statt. Irland und Schweden führen mit je sieben Siegen die Rangliste der erfolgreichsten Teilnehmerländer an, gefolgt von Großbritannien, Frankreich, Luxemburg und den Niederlanden mit je fünf Siegen. Deutschland konnte bislang zwei Siege verbuchen: 1982 durch Nicole mit „Ein bisschen Frieden" und 2010 durch Lena Meyer-Landrut mit „Satellite". Großbritannien war mit neun Austragungen bislang am häufigsten Gastgeberland, darunter 2023 als Vertreter der Ukraine, die wegen des Krieges nicht selbst ausrichten konnte. Deutschland zählt mit 68 Teilnahmen zu den aktivsten Ländern, hat aber auch sechsmal null Punkte erhalten.
Im Berliner Fotografiska zeigt eine umfangreiche Ausstellung rund 150 Arbeiten des niederländischen Fotografen Anton Corbijn, die fünf Jahrzehnte Musik-, Film- und Bildgeschichte umspannen. Zu sehen sind ikonische Porträts von Künstlern wie Depeche Mode, U2, Joy Division und Herbert Grönemeyer, deren visuelle Identität Corbijn maßgeblich geprägt hat. Neben Fotografien umfasst die Schau auch Einblicke in sein Werk als Regisseur von Musikvideos und Filmen, darunter „Control" über Ian Curtis. Die Ausstellung läuft noch bis zum 20. September 2026.
Die Ausstellung „The First Homosexuals" untersucht, wie schwule und lesbische Identitäten ab dem späten 19. Jahrhundert in der Kunstgeschichte sichtbar wurden. Ausgangspunkt ist das Jahr 1869, in dem der Schriftsteller Karl Maria Kertbeny den Begriff „homosexuell" prägte – für den amerikanischen Kurator Jonathan Katz der Gründungsmoment einer schwulen Gemeinschaft. Gezeigt werden größtenteils wenig bekannte Werke von Künstlerinnen und Künstlern wie Romaine Brooks, Louise Abbéma oder David Paynter, die gleichgeschlechtliches Begehren mehr oder weniger explizit darstellen. Katz vertritt zudem die These, dass der europäische Kolonialismus homoerotische Kulturen in anderen Weltregionen, besonders in Südamerika, durch veränderte Strafgesetze unterdrückt habe. Die Ausstellung endet mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten und gilt als eine der ersten staatlichen Museumsschauen, die Gender- und Homosexualitätsthemen in der Kunstgeschichte systematisch behandelt.
Im SNL-Weekend-Update parodiert Jeremy Culhane Tucker Carlson, der über die Met Gala schimpft und Verschwörungstheorien erfindet. Er mokiert sich über teure Kostüme, deutet Heidi Klums verschleierte Statue als linke Agenda und erfindet spontan eine Verschwörungstheorie über den stummen Buchstaben „E" in „Maine".
Die Bayerische Staatsoper hat mit „Of One Blood" eine neue Oper von Komponist Brett Dean und Librettistin Heather Betts uraufgeführt, die den Machtkampf zwischen Elizabeth I. und Mary Stuart beleuchtet. Das Libretto basiert auf historischen Briefen und Gedichten und zeigt beide Königinnen als Opfer politischer Zwänge ihrer Epoche. Regisseur Claus Guth inszeniert die Geschichte als historische Sezierung, in der die Westminster Abbey zum Forschungslabor wird. Die Sopranistin Vera-Lotte Boecker als Mary Stuart und Dirigent Vladimir Jurowski erhielten besonders viel Applaus bei der umjubelten Uraufführung.