Pressespiegel
Kuratierte Kulturberichterstattung aus Bayern und darüber hinaus.
Thema: Veranstaltungen
188 Artikel gefunden · Seite 7 von 8
Das ETA Hoffmann Theater Bamberg hat Robert Seethalers erstes abendfüllendes Theaterstück „Vernissage" uraufgeführt – ein Werk, das der österreichische Romanautor nach Jahren als Schauspieler und langer Bühnendistanz erstmals für das Theater verfasste. Das Stück schildert über drei Tage die zwischenmenschlichen Konflikte rund um eine erfolglose Vernissage in einer heruntergekommenen Kunstgalerie, wobei acht gleichberechtigte Figuren das Ensemble-Stück tragen. Regisseurin Jana Vetten inszenierte das Stück, das mit seiner melancholischen Atmosphäre und dem morbiden Kunstmilieu an Tschechow erinnert; die Bühne von Genia Leis wird dabei besonders hervorgehoben. Seethaler selbst war bei der Premiere nicht anwesend – teils aus seiner bekannten Scheu vor Zuschauerräumen, teils wegen der gleichzeitigen Veröffentlichung seines neuen Romans „Die Straße". Die Aufführung habe laut Kritik Anlaufzeit gebraucht, hinterlasse aber bleibende Bilder und Momente.
Zum 100. Geburtstag von Ingeborg Bachmann bringt das Theater Aachen in Koproduktion mit den Schwetzinger SWR Festspielen eine neue Oper nach Bachmanns einzigem vollendeten Roman „Malina" auf die Bühne. Die Musik stammt von Karola Obermüller und Peter Gilbert, die Regie führt Franziska Angerer; das Libretto besorgte Tina Hartmann nach Bachmanns Roman von 1971. Im Mittelpunkt steht die namenlose Protagonistin „Ich", gespielt von Sopranistin Larisa Akbari, die zwischen ihrem Geliebten Ivan (Micah Schroeder) und dem Alter Ego Malina (Countertenor Valer Sabadus) ihre Identität als Frau und Künstlerin sucht und scheitert. Ausstatterin Pia Dederichs entwarf eine „Gedankenbühne" aus Spiegeln und Projektionsflächen, die das innere Erleben der Figur räumlich umsetzt. Der Kritiker bezeichnet die Produktion als beeindruckende Aufführung mit sorgfältiger Komposition und lobt das gesamte Ensemble.
Das Staatstheater Nürnberg präsentiert mit „Les Ballets Actuels" einen Tanzabend in drei Teilen, der die erste Spielzeit der neu aufgestellten Sparte Tanz unter Leiter Richard Siegal abschließt. Siegal, der seit dieser Saison das Staatstheater Nürnberg Ballet of Difference führt, hat erstmals zwei externe Choreografen eingeladen: Justin Peck, Hauschoreograf des New York City Ballet, und die kanadische Choreografin Kirsten Wicklund. Pecks energiegeladenes Sneaker-Ballett „Hurry Up, We're Dreaming" eröffnet den Abend, gefolgt von Wicklunds introvertierten, licht- und schattenbasierten „Overcast", das für Nürnberg um zwei zusätzliche Paare erweitert wurde. Den Abschluss bildet Siegals eigenes Stück „My Generation", ursprünglich 2015 für das Cedar Lake Contemporary Ballet entstanden, das in neuer Ausstattung von Flora Miranda als rebellisch-explosiver Schlusspunkt dient.
Mit „Huang Yi & Kuka" eröffnen die Ruhrfestspiele 2026 in Recklinghausen ihr Jubiläumsjahr: Der taiwanesische Choreograf und Tänzer Huang Yi teilt sich dabei die Bühne mit einem Industrieroboterarm des Typs Kuka. Das Stück entstand aus Huang Yis persönlicher Erfahrung, als Kind nach dem finanziellen Zusammenbruch seiner Familie emotional zu funktionieren wie eine Maschine – woraus der Wunsch erwuchs, mit einem Roboter zu tanzen. Die Produktion verbindet Tanz, Musik von Bach und Pärt sowie Licht- und Videoprojektionen; für eine Minute Bewegung des Roboterarms sind rund zehn Stunden Programmierung nötig. Kritisch angemerkt wird, dass die Vielzahl dramaturgischer Ebenen – Laser, weitere Tänzer, Projektionen – dem Kernverhältnis zwischen Mensch und Maschine Konzentration nimmt. Der Abend wurde von Autor Miguel Schneider für das Kulturportal rezensiert.
Am Schauspiel Stuttgart hat Regisseur Viktor Bodó Bertolt Brechts „Dreigroschenoper" mit der Musik von Kurt Weill inszeniert, inspiriert vom „Dreigroschenroman" und ausgestattet mit einem multifunktionalen Bühnenbild von Zita Schnábel. Im Zentrum der Inszenierung stehen Korruption und kapitalistische Strukturen, die Bodó auf allen gesellschaftlichen Ebenen verortet und durch einen Gerichtsrahmen sowie Szenen im Publikumsraum unterstreicht. Marcel Heuperman gastiert als Mackie Messer, flankiert von einem starken Ensemble mit Josephine Köhler, Klaus Rodewald, Marietta Meguid und anderen. Musikalischer Leiter Klaus von Heydenaber dirigiert eine siebenköpfige Kombo und sorgt dafür, dass Weills Songs schwungvoll zur Geltung kommen. Laut Kritiker Manfred Jahnke überlagert die mitreißende Musik und die spürbare Spielfreude des Ensembles die gesellschaftskritische Intention der Inszenierung – ein Widerspruch, der bereits der Uraufführung von 1928 eigen war.
Der Artikel gibt einen Überblick über die wichtigsten Allround-Musikfestivals des deutschen Sommers 2026. Zu den vorgestellten Veranstaltungen zählen Hurricane und Southside (19.–21. Juni in Scheeßel und Neuhausen ob Eck), das Deichbrand Festival (16.–19. Juli bei Cuxhaven), das Lollapalooza Berlin (18.–19. Juli), das Taubertal Festival (6.–9. August bei Rothenburg ob der Tauber) sowie das Highfield Festival (13.–16. August bei Leipzig). Den Abschluss bildet das Superbloom im Münchner Olympiapark (29. August bis 4. September), das 2026 erstmals als siebentägige Veranstaltungsreihe stattfindet. Zu den häufig gebuchten Acts zählen unter anderem Lorde, Lewis Capaldi, Zara Larsson, Giant Rooks, Kraftklub und Marteria.
Simon Rattle und das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks in der Isarphilharmonie. Die AZ-Kritik.
Der M94.5-Wochennewsletter fasst die Themen der Woche vom 3. bis 10. Mai zusammen. Berichtet wird unter anderem über das Tame-Impala-Konzert in der Münchner Olympiahalle sowie Roundnet im Englischen Garten und Integration durch Sport. Als Album der Woche stellt die Redaktion die neue EP „Berserker+" des Mannheimer Rappers OG Keemo vor. Für das Wochenende empfiehlt M94.5 unter anderem die Lange Nacht der Musik mit über 400 Konzerten zum 25-jährigen Jubiläum sowie Comedy-Abende und einen Aperitivo-Abend mit Live-Musik.
Zum 70. Eurovision Song Contest richtet Europa den Blick wieder auf einen Wettbewerb, der seit Jahrzehnten für große Stimmen, schrille Looks und exzentrische Auftritte steht. Doch welche ungewöhnlichen Kandidatinnen und Kandidaten sorgen dieses Mal für Gesprächsstoff?
Die AOK Bayern verlost ein Entspannungsset sowie zweimal zwei Tickets für das Linkin-Park-Konzert am 12. Juni 2026 in der Allianz Arena München.
Die Münchener Biennale feiert 2026 ihre 20. Ausgabe mit zehn Uraufführungen an verschiedenen Münchner Spielorten (8.–20. Mai). Das weltweit einzige Festival ausschließlich für neues Musiktheater wird erstmals von Katrin Beck und Manuela Kerer geleitet. Drei empfohlene Produktionen sind „Isithunzi" von Monthati Masebe über Identität und afrikanische Klangtradition, „Xochiyaoyotl" über aztekische Rituale sowie „crypt_" von Yuri Umemoto, das japanische Geistergeschichte mit KI-Ästhetik verbindet. Ergänzt wird das Programm durch Installationen, Stadtinterventionen, Workshops und erstmals Angebote für Kinder.
Die Ausstellung „It's all about time" im Kunstmuseum Ravensburg thematisiert Zeit als zentrale Kategorie der Kunst und vereint Werke mehrerer internationaler Künstlerinnen und Künstler. Tehching Hsiehs „One Year Performance 1980-1981" dokumentiert durch stündliche Selbstporträts ein Jahr strenger Selbstdisziplin; seine Stechuhr, Fotos und das getragene Hemd sind im Ausstellungsraum zu sehen. Alicja Kwades Rauminstallation „Durchbruch durch Schwäche" versammelt knapp hundert historische Uhrengewichte aus dem 17. bis 20. Jahrhundert, die nun bewegungslos an Ketten hängen. Rafik Greiss zeigt in „The Longest Sleep" (2024) Aufnahmen des islamischen Mawlid-Festes in Kairo, während Hans-Peter Feldmanns Fotoserie „100 Jahre" das gesamte menschliche Leben von der Geburt bis ins hohe Alter in Einzelporträts nachzeichnet.
Das Kunstfestival Various Others findet vom 14. bis 24. Mai 2026 an zahlreichen Orten in München statt und vernetzt Galerien, Institutionen und Artist-Run-Spaces mit internationalen Partnern. Das Programm umfasst Ausstellungen, Performances, Talks und Workshops zu Themen wie Identität, Körperlichkeit und gesellschaftlichen Strukturen. Highlights sind unter anderem eine Gruppenausstellung zur Wahrnehmung von Wirklichkeit in der Behncke Galerie sowie eine Dialogführung mit Sammlerin Ingvild Goetz über Cindy Sherman. Das Festival wird vom VFAMK e.V. getragen und zielt auf internationale Sichtbarkeit des Münchner Kunststandorts.
Bei den 72. Kurzfilmtagen in Oberhausen (28. April bis 3. Mai 2026) stand im Deutschen Wettbewerb die Auseinandersetzung mit der Echtheit von Bildern und Erinnerung im Mittelpunkt. Mehrere Beiträge nutzten Archivmaterial oder Familiengeschichten, um Bezüge zur Gegenwart herzustellen: Cana Bilir-Meiers „Ein neues Wort" beleuchtete anhand eines WDR-Preisausschreibens aus der Gastarbeiterära Ressentiments im Migrationsdiskurs, während Gregor Bartschs „Ein Meter Neunzig" den Streit um den Wiederaufbau der Potsdamer Garnisonskirche thematisierte. Shehab Fatoum erhielt für seinen Film „Catacombs", in dem er Flucht- und Rückkehrerfahrungen mit dem Mythos der Odyssee verknüpft, den 3sat-Nachwuchspreis. Ergänzt wurde das Programm durch Retrospektiven auf Werner Herzogs dokumentarische Kurzfilme sowie auf restaurierte Werke der Frankfurter Filmemacherin Ella Bergmann-Michel aus den frühen 1930er-Jahren.
Im 3D-Konzertfilm von James Cameron über Billie Eilish steht man mit den Fans in der ersten Reihe, liegt mit dem Popstar auf der Bühne oder kuschelt neben ihr im Hunderaum. Ein Live-Erlebnis ersetzt er trotzdem nicht.
Delschad Numan Khorschid und Jan-Hendrick PelzAus ganz unterschiedlichen Perspektiven befassen sich Jan-Henrick Pelz und Delschad Numan Khorschid mit Migration. Der...
Die Schau im Museum Liaunig präsentiert zeitgenössische Kunstwerke, die sich mit Sprache, Zeichen und Formen befassen.
Mitglieder von Pussy Riot und Femen haben am 6. Mai 2026 vor dem russischen Pavillon bei der Biennale in Venedig protestiert und dabei farbigen Rauch gezündet sowie Slogans wie „Russlands Kunst ist Blut" gerufen. Die italienische Polizei versperrte den Eingang zum Pavillon. Russland nimmt erstmals seit Beginn seines Angriffskriegs gegen die Ukraine 2022 an der Biennale teil, was die EU dazu veranlasste, Fördermittel in Höhe von zwei Millionen Euro zu streichen; die Biennale-Jury trat in der Vorwoche aus Protest gegen die Teilnahme Russlands und Israels zurück. Die offizielle Eröffnung der diesjährigen Biennale ist für den 9. Mai geplant.
Die Schauspielerin Martina Gedeck spricht beim Festival "Stars & Rising Stars" das Melodram "Enoch Arden" von Richard Strauss.
Die Wochentipps von IN München umfassen Veranstaltungen vom 7. bis 13. Mai 2026. Highlights sind die Lange Nacht der Musik zum 25. Jubiläum mit über 400 Konzerten an 90 Spielorten sowie das Musikfeuerwerk auf dem Frühlingsfest. Weitere Tipps umfassen Kinostarts, Flohmärkte, eine Matinee zum 150. Todestag von Franz von Pocci und Konzerte u.a. mit Glen Hansard und The King's Singers.
Biennale-Leiter Pietrangelo Buttafuoco verteidigt die Wiederzulassung Russlands zur Kunstbiennale in Venedig und wirft Kritikern Intoleranz und Zensurbestrebungen vor. Er betont, die Biennale solle Werke nach künstlerischen Kriterien auswählen, nicht nach Pässen oder nationaler Zugehörigkeit. Italiens Kulturminister Alessandro Giuli kritisiert hingegen Buttafuocos Kurs als gescheiterte „pazifistische Fantasie". Aktivistinnen von Pussy Riot und Femen protestierten vor dem russischen Pavillon gegen die Teilnahme Russlands. Die EU droht der Biennale mit dem Entzug von Millionenzuschüssen wegen der russischen Beteiligung.
Im Rahmen der dritten Woche der Bayerischen Landesausstellung 2026 „Musik in Bayern" in Freyung finden vom 8. bis 14. Mai 2026 mehrere Konzerte an verschiedenen Spielorten in der Region statt. Das Programm umfasst Irish Folk mit der Paul Daly Band, bayerische Volksmusik durch die Äff-tam-tam-Musikanten und die Fiahoiza Tanzlmusi, Salonmusik mit „Melange à trois" sowie ein Orgelkonzert von Regionalkantor Rudi Bürgermeister in der Stadtpfarrkirche Freyung. Ergänzt wird das Angebot durch handgemachte Lieder von „Brimborium Bavaria" und ein Jazz-Rock-Duo-Konzert von Simone Kriszt und Florian Hannig. Die Konzerte von Sonntag bis Donnerstag sind kostenlos, freitags und samstags beträgt der Eintritt zehn Euro; die Konzertkarte berechtigt zudem zum ermäßigten Besuch der Landesausstellung.
Die Deutsche Kinemathek eröffnet ihren neuen Standort im Berliner E-Werk mit der Ausstellung „Inventing Queer Cinema", die vom 7. Mai bis 13. September 2026 zu sehen ist. Kurator Björn Koll und sein Team präsentieren in der neun Meter hohen Maschinenhalle 246 ikonische Bilder sowie Zitate und Texte, die Persönlichkeiten des queeren Kinos von den Anfängen in der Weimarer Republik bis zur Gegenwart würdigen – darunter Marlene Dietrich, Billy Wilder, Ulrike Ottinger und Rosa von Praunheim. Ein eigener Ausstellungsstrang widmet sich der Darstellung queerer Themen im Fernsehen, ein weiterer dem Filmverleiher Manfred Salzgeber, der seit Mitte der 1980er-Jahre das queere Kino in Berlin maßgeblich geprägt hat. Ergänzt wird die Schau durch eine Medieninstallation mit Ausschnitten aus 96 Filmen sowie eine Filmreihe im Studiokino der Kinemathek.
Ein Vierteljahrhundert nach dem Kinostart erobert "The Fast and the Furious" die Internationalen Filmfestspiele von Cannes: Vin Diesel, Jordana Brewster und Meadow Walker werden an die Croisette reisen, um den ersten Teil der Reihe zu feiern.