Review: Tamikrest – „ASSIKEL“: Tuareg-Jubiläum mit Tinariwen
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Review: Tamikrest – „ASSIKEL“: Tuareg-Jubiläum mit Tinariwen
Die Band aus Mali errichtet eine analoge Oase für ihren indigoblauen Ethno-Blues. Seit 20 Jahren steht Tamikrest für einen Wüsten-Blues-Sound, der mit dem amerikanischen Desert-Rock außer der Faszination für psychedelisch fiebrige, fließende Strukturen nicht sonderlich viel gemein hat. Dass sich die aus Mali stammende Gruppe, die Tuareg-Traditionen mit westlichen Klängen fusioniert (und für ihre ersten beiden Alben The-Walkabouts-Folk-Rock-Fachmann Chris Eckman als Supporter sowie Produzenten verpflichten konnte), nach...
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Review: Jeff Parker & ETA IVtet – „HAPPY TODAY“: Montags-Ritual auf Vinyl
Das Tortoise-Mitglied schickt feine Improvisationen aus einem Hypnose-Raum. Über die Strecke von acht Jahren traten Jeff Parker, Drummer Jay Bellerose, Bassistin Anna Butterss und Saxofonist Josh Johnson, so es sich einrichten ließ, jeden Montag im ETA-Club in Los Angeles auf. Eben dort entstanden auch zwei frühere Alben des Gitarristen und Tortoise-Mitglieds. Nur ein paar hundert Meter von dem Ort entfernt, der seinem IVtet...
Review: Dua Saleh – „OF EARTH & WIRES“: Weltmusik, poliert bis zur Bühnenreife
Mit Hilfe von Bon Iver und trotz Technologiekritik steuert die Pop-Musikerin die großen Bühnen an. Da muss schon eine ganze Menge Begeisterung im Raum sein, damit man nicht nur ein Feature zusammen macht und auf sein Album packt, sondern gleich drei. So scheint es jedenfalls bei Justin Vernon aka Bon Iver und Dua Saleh gewesen zu sein. Gleich drei gemeinsame Songs sind Of Earth & Wires. Dua wer? Saleh ist...
Review: Kevin Morby – „LITTLE WIDE OPEN“: Morbys musikalischer Reifegrad
Simpler Indie-Folk, der hoffnungsvolle Zuversicht verbreitet. „If you're anything like me, you only care about America", sang der Singer/Songwriter Kevin Morby bereits auf seinem letzten Album This Is A Photograph – und unterstrich damit keine patriotischen Gedanken, sondern dass seine Solo-Diskographie als musikalische Karte der USA betrachtet werden kann. Ein paar Beispiele: Harlem River stand für New York City, das besagte...
Review: Kreidler – „SCHEMES“: 32 Jahre, neue Leichtigkeit
Eine elektronische Bilderschau zwischen Zeitlupen-Rave und Schmetterlingsflug. So viel Leichtigkeit muss man erst einmal auf den Weg bringen können. Kreidler haben sich vom Drängen und Erobern verabschiedet, zugunsten einer relaxteren Gangart. In „Snowflakes" dürfen wir den titelgebenden herniederschwebenden Eiskristallen bei der Bewegung lauschen, es wird ein munteres Elektro-Drum-Spiel von vier Minuten Dauer. In „Via Da Me" kommt die Musik kaum vom Fleck,...
Review: Rostam – „AMERICAN STORIES“: Saz trifft Pedal Steel
Der Mitbegründer von Vampire Weekend verschmilzt Americana mit seinen persischen Roots. Wir haben Rostam Batmanglij ganz wundervolle Lieder von Vampire Weekend zu verdanken. 2016 hat der Produzent die Band aber verlassen, um sich seiner Solokarriere zu widmen. Seitdem hat er etwa für Haim, Benee und Carly Rae Jepsen gearbeitet. Im Vergleich dazu sind seine eigenen Stücke (zu Unrecht) eher unter dem Radar geblieben.Sein drittes Album AMERICAN...
Review: Mariybu – „FRECH“: Feminismus als Dancefloor-Falle
Feministischer Hyperpop, der als U-Boot im Bierkönig einschlägt. Man kann lange streiten, ob Pop mit Botschaft denn überhaupt funktioniert. Mariybu hat allerdings einen im wahrsten Sinne schlagenden Beweis dafür: 2022 griff ein Mann auf der Bühne die Musikerin an, und erklärte anschließend gegenüber der Polizei, ihre feministischen Texte hätten ihn „getriggert". Reichlich Triggermaterial liefert Mariybu, die bürgerlichen Namen und Privatleben geheim hält, auch...