Pressespiegel
Kuratierte Kulturberichterstattung aus Bayern und darüber hinaus.
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Der amerikanische Animationsfilmregisseur Nathan Greno spricht anlässlich des Erscheinens seines neuen Films „Swapped – Vertauscht" bei Netflix über seine Arbeitsweise und künstlerischen Überzeugungen. Greno, bekannt für den Disney-Film „Rapunzel" (2010), arbeitete rund sieben Jahre an dem Skydance-Animation-Projekt, das eine von ihm erschaffene Tierwelt zeigt und Empathie als zentrales Thema behandelt. Im Interview betont er die kollaborative Natur der Animationsarbeit und seinen Ansatz, bewusst auf Dialog zu verzichten, um Geschichten stärker visuell zu erzählen. Die bewusste Entscheidung, eigene Tierarten zu erfinden und auf gemeinsame Sprache zwischen den Figuren zu verzichten, sei ein erzählerisches Mittel gewesen, um Fremdheit und Verständigungsbarrieren glaubwürdig darzustellen. Den gesellschaftlichen Kontext seiner Arbeit beschreibt Greno mit Verweis auf die politische Spaltung in den USA, der er mit dem Thema Empathie begegnen möchte.
Der Fotograf und Filmemacher Jack Delano, bekannt für seine Porträts amerikanischer Bürger während der Weltwirtschaftskrise, ließ sich Anfang der 1940er Jahre gemeinsam mit seiner Frau und Mitarbeiterin Irene in Puerto Rico nieder, was ursprünglich nur eine Zwischenstation sein sollte. Auf der Karibikinsel widmete er sich der Dokumentation des Lebens der kolonialisierten Bevölkerung und wollte deren Würde und Stolz in seinen Bildern festhalten. In seinem Buch „Puerto Rico Mio: Four Decades of Change in Photographs" verarbeitete er die gesellschaftlichen Umbrüche, die er über Jahrzehnte auf der Insel beobachtete. Die ARTE-Sendung „Stadt Land Kunst" porträtiert Delano als Künstler, der Puerto Rico zur eigentlichen Heimat wurde.
Jelle Dentruck, Leadsänger der belgischen Indie-Band DIRK, tritt am 27. Mai unter seinem Solo-Projektnamen Dressed Like Boys in der Münchner Milla auf. Sein selbstbetiteltes Debütalbum thematisiert persönliche Erfahrungen als homosexueller Mann sowie Verlust und Depression, geprägt von Klavier und melancholischen Melodien. Der Projektname entstammt dem Song „Stonewall Riots Forever", der queere Geschichte und die Lebensrealität früherer LGBTQ+-Generationen beleuchtet.
Werner Herzog (83) wird seinen neuen Film „Bucking Fastard" nicht beim Filmfestival von Cannes (12.–23. Mai 2026) präsentieren. Laut dem US-Branchenmagazin „Variety" wurde dem Film zwar eine offizielle Einladung ausgesprochen, jedoch kein Platz im Wettbewerb gewährt – woraufhin die Filmemacher die Einladung ablehnten. Einem Insider zufolge hatte Herzog gehofft, die Hauptdarstellerinnen Rooney und Kate Mara für Auszeichnungen zu positionieren. Der Film handelt von Zwillingsschwestern, die einen Tunnel durch ein Gebirge graben, und ist Herzogs erster Spielfilm seit „Family Romance, LLC" (2019); weitere Darsteller sind Orlando Bloom und Domhnall Gleeson. Die Dreharbeiten fanden überwiegend in Irland statt.
Zwei Polizisten aus Florida haben die Produktionsfirma von Ben Affleck und Matt Damon wegen des Netflix-Films „The Rip" verklagt. Sie behaupten, die fiktiven Figuren im Film seien so eng mit ihren realen Personen verknüpft, dass ihre Darstellung ihren persönlichen und beruflichen Ruf erheblich geschädigt habe. Obwohl die Beamten im Film nicht namentlich genannt werden, sehen sie sich durch spezifische Details eines realen Polizeieinsatzes als erkennbar dargestellt. Der im Januar 2026 auf Netflix veröffentlichte Film handelt von zwei Polizisten, die Kartellgeld finden und dabei interne Korruption aufdecken. Affleck und Matt Damon standen in dem Drama selbst vor der Kamera und wirkten zudem als Produzenten mit.
Die Münchener Musiktheater-Biennale, die erstmals von Karin Beck und Manuela Kerer geleitet wird, eröffnete mit zwei Uraufführungen. Zara Alis „Codeborn" im Muffatwerk, inszeniert von Florentine Klepper und Deva Schubert mit dem Ensemble Phace, behandelt ein quantenphysikalisches Experiment als Ausgangspunkt, bleibt laut Kritiker jedoch in konventionellen Theaterbildern stecken und musikalisch zwischen Neuer Musik und Pop. Gelungener wirkte der zweite Abend, „V01CES//B0D1EZ" im Akademietheater des Prinzregententheaters: Komponist Piyawat Louilarpprasert und Regisseurin Amy Stebbins aktualisierten Hans Werner Henzes Liederzyklus „Voices" mit Themen wie Überwachung, Robotisierung und Wegwerfkonsum, gespielt vom Münchener Kammerorchester mit internationalen Gesangsstudierenden. Im Unterschied zur ersten Produktion punktet das Henze-Update durch spielerischen Humor und gesellschaftliche Kritik ohne Prätention. Die Biennale läuft bis zum 20. Mai.
Im Münchner Lustspielhaus präsentiert ein Kabarett-Kollektiv rund um Jochen Malmsheimer, Sven Kemmler, Nessi Tausendschön, Moses Wolff und weitere Künstler vom 12. bis 15. Mai 2026 das Stück „Die Odyssee – Durst ist schlimmer als Heimweh". Das Ensemble, das zuvor bereits Stoffe wie König Artus, die Musketiere und den Wilden Westen bearbeitet hat, wendet sich diesmal dem antiken Epos Homers zu. Die Produktion entsteht nach einem kollektiven Prinzip: Jeder Beteiligte bringt eigene Nummern mit, Sven Kemmler führt Regie, und das endgültige Programm wird erst am Vorabend der Premiere zusammengestellt. Im Interview mit der AZ spricht Malmsheimer über seine Rolle als blinder Seher Teiresias, die offene Besetzung der übrigen Figuren sowie die zufällige zeitliche Koinzidenz mit Christopher Nolans kommendem Hollywood-Blockbuster über denselben Stoff mit Matt Damon in der Hauptrolle.
Würzburg richtet vom 13. bis 17. Mai den 104. Deutschen Katholikentag unter dem Leitwort „Hab Mut, steh auf!" aus. Rund 900 Veranstaltungen zu Themen wie Demokratie, Klimawandel, Missbrauchsaufarbeitung und Ökumene sind geplant. Hochrangige Gäste wie Bundespräsident Steinmeier und Bundeskanzler Merz nehmen teil; bis zu 30.000 Besucher werden erwartet. Die Stadt selbst hat sich gewandelt: Nur noch rund 35 Prozent der Würzburger gehören der katholischen Kirche an, während das Stadtbild weiterhin von einer mehr als 1.250-jährigen kirchlichen Geschichte geprägt ist.
Das Sammlerehepaar Ursula und Rainer Losch hat dem Europäischen Museum für Modernes Glas in Rödental rund 350 Werke des italienischen Glasgestalters Fulvio Bianconi (1915–1996) gestiftet. Die Kunstsammlungen der Veste Coburg richteten eigens dafür eine neue Dauerausstellungsabteilung im Untergeschoss ein. Bianconi arbeitete über 40 Jahre für bedeutende Glashütten auf Murano sowie in der Schweiz und ist vor allem für seine figürlichen Glaswerke bekannt. Derzeit sind 163 Objekte zu sehen; die Exponate sollen regelmäßig ausgetauscht werden.
Sophie Brand ist seit Februar 2025 hauptamtliche Vorsitzende des BDKJ-Diözesanverbandes im Erzbistum Bamberg. Die 31-jährige Gemeindereferentin kam über die Pfadfindorganisation DPSG zum BDKJ und wurde im November 2024 gewählt. Ihr Schwerpunkt liegt auf Öffentlichkeitsarbeit und Organisation, etwa für das Heinrichsfest und die 72-Stunden-Aktion 2027. Ein zentrales Anliegen ist die stärkere Einbindung junger Menschen in kirchliche Entscheidungsprozesse, besonders beim Gebäudekonzept der Erzdiözese.
Zum 100. Geburtstag von Irmgard Edle von Traitteur fand in Forchheim ein Empfang des Caritas-Kreisverbands statt, obwohl die Jubilarin kurzfristig absagen musste. Rund 25 Gäste kamen dennoch, um sich ins Gästebuch einzutragen. Von Traitteur war 1978 maßgeblich an der Gründung des Caritas-Kreisverbands Forchheim beteiligt und wurde dessen erste Vorsitzende. Die frühere Landtagsabgeordnete engagierte sich in der Aufbauphase des Sozialstaats und gründete wichtige soziale Institutionen für die Region.
Mit einem feierlichen Eröffnungsgottesdienst hat Domkapitular Prof. Dr. Elmar Koziel in der Basilika Vierzehnheiligen die Wallfahrtssaison 2026 offiziell eingeläutet. Das symbolische Ritual umfasste das dreimalige Anklopfen am Hauptportal mit den lateinischen Worten „Aperite portas Salvatori" sowie das Besprengen der Türschwelle mit Weihwasser. Das diesjährige Wallfahrtsmotto „Hab Mut, steh auf!" aus dem Markusevangelium stand im Mittelpunkt der Predigt, in der Koziel zwischen Mut und Tapferkeit unterschied. Musikalisch gestalteten Georg Hagel an der Rieger-Orgel und der Männerchor des Chorseminars Bamberg die Feier. Rund 180 Wallfahrten werden den fränkischen Wallfahrtsort in der laufenden Saison erreichen.
Lautstarker Protest und viel Zoff überlagern die 61. Biennale von Venedig. Es bleibt zu hoffen, dass nun die poetischen Seiten dieser weltweit wichtigsten Kunstschau wahrgenommen werden.
Mock-Synthese: Titel: Buch "Frauen am Klavier": Nicht nur Männer konnten spielen Teaser: Wer früher am Klavier berühmt werden wollte, musste gut spielen – und ein Mann sein.
Mock-Synthese: Titel: Kritik "The Shining" am Staatstheater Regensburg: Es geht auch ohne Axt Teaser: Stephen Kings Thriller über eine Familie, in einem einsamen Berghotel im Winter eingeschneit wird und sich dort mit dem mörderischen Wahnsinn des Vaters konfrontiert sieht, wurde von Stanley Kubrick 1980 genial verfilmt.
Adele Kohout leitet erstmals als Festivaldirektorin das 41. DOK.fest München (6.–16. Mai), das mit 106 Filmen aus 49 Ländern einen Einreichungsrekord von 1440 Filmen verzeichnet. Das Programm ist in 15 thematische Reihen gegliedert, darunter „HerStory", „EcoCinema" und „Politics". Neu eingeführte FokusTalks bringen nach Signature-Film-Vorführungen Filmschaffende und Fachexpertinnen aus Wissenschaft und Wirtschaft ins Gespräch. Den Eröffnungsabend gestaltet die Weltpremiere von „Ingeborg Bachmann – Jemand, der einmal Ich war" mit Sandra Hüller im Deutschen Theater.
Bayerische Staatsoper: Der Komponist über die Uraufführung seiner Oper über Maria Stuart und Elisabeth I., deren Text seine Frau geschrieben hat und bei der seine Tochter mitsingt.
Das ökumenische TV-Magazin „Kirche in Bayern" feiert sein 25-jähriges Bestehen und erreicht laut Funkanalyse Bayern wöchentlich rund 100.000 Zuschauerinnen und Zuschauer. Die Sendung wird sonntags auf 15 lokalen Fernsehsendern sowie auf BibelTV ausgestrahlt und von elf Gesellschaftern aus katholischen Diözesen und dem Evangelischen Presseverband getragen. Produziert wird sie seit Beginn bei der Diözese Würzburg; Regensburg und Passau sind derzeit nicht beteiligt. Finanziert wird das Magazin zur Hälfte von den Gesellschaftern, zur anderen Hälfte durch einen Produktionskostenzuschuss der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien. In einem Festgottesdienst in Würzburg würdigte Regionalbischöfin Gisela Bornowski die Sendung als „Vierteljahrhundert gelebte Ökumene".
Eine noch unbetitelte Dokumentation zur Reunion-Tour der britischen Kultband Oasis wird ab dem 11. September 2026 weltweit in ausgewählten IMAX-Kinos und weiteren Lichtspielhäusern für eine begrenzte Zeit zu sehen sein. Anschließend soll der Film noch im selben Jahr beim Streamingdienst Disney+ abrufbar sein. Verantwortlich für das Projekt sind Regisseur und Drehbuchautor Steven Knight sowie die Regisseure Dylan Southern und Will Lovelace. Die Dokumentation umfasst Backstage-Aufnahmen, Proben- und Bühnenmaterial sowie gemeinsame Interviews der Gallagher-Brüder Liam und Noel, die nach jahrelangem Zerwürfnis 2025 mit Oasis auf Reunion-Tour gegangen waren. Weitere Details, etwa zu den konkreten Spielorten, sollen zu einem späteren Zeitpunkt bekanntgegeben werden.
IN München stellt Veranstaltungstipps zum Vatertag am 14. Mai 2026 in München und Umgebung vor. Dazu zählen ein Spanferkelessen im Ayinger in der Au, ein Weißwurstfrühstück im Bamberger Haus, das Pfälzer Weinfest in der Blutenburg sowie der Vespa Corso durch Schwabing. Im Umland bieten das Airbräu am Flughafen München einen Frühschoppen mit Livemusik und Hadorf bei Starnberg ein Oldtimertreffen an.
Senta Berger wird am 13. Mai 85 Jahre alt und blickt auf eine jahrzehntelange Karriere zurück, die von Hollywood bis zum deutschen Fernsehen reichte. Die gebürtige Wienerin und Wahlmünchnerin war zuletzt in der Tragikomödie ihres Sohnes Simon Verhoeven zu sehen, die über eine Million Kinobesucher anzog. 2024 verlor sie ihren Mann, den Filmproduzenten Michael Verhoeven, nach fast 60 gemeinsamen Jahren. Bereits 2006 berichtete sie in ihrer Biografie – weit vor der MeToo-Bewegung – öffentlich von sexualisierten Übergriffen durch männliche Kollegen wie Charlton Heston und O.W. Fischer.
Mock-Synthese: Titel: Kritik "Codeborn" bei der Münchener Biennale : Dadaistischer KI-Klamauk Teaser: Wir meinen, wir beobachten die KI, die künstliche Intelligenz, doch dabei beobachtet die KI uns.
Die Kirche St. Andreas in Kalchreuth wird nach über einem Jahrzehnt Planung für 1,37 Millionen Euro saniert. Was als einfache Verschönerung begann, entpuppte sich als umfangreiche Restaurierung von Mauerwerk, Turm, Innenraum und Orgel. Die Einstufung als national bedeutendes Denkmal sicherte die Finanzierung durch staatliche Fördermittel und Landeskirche; die Gemeinde selbst sammelte rund 250.000 Euro über Spenden und Benefizveranstaltungen. Die Wiedereinweihung ist für Mai 2025 geplant.
Diskussion über den Einfluss der Politik auf Kulturpolitik und Kunstfreiheit.